[Fachbegriffe und ihre Erklärungen]
das auge
Die Iris:
Farbige Regenbogenhaut des Auges. Ist Teil der mittleren Augenhaut (Tunica vasculosa bulbi) und kann als frontal gestelltes Segel zwischen vorderer und hinterer Augenkammer mit einer zentralen kreisrunden Öffnung (Sehloch, Pupille) umschrieben werden. Sie stellt mit Hilfe der Sehlochmuskeln je nach Helligkeit das Sehloch enger oder weiter. Sie hat damit die gleiche Aufgabe wie die Blende bei der Kamera. Die Farbe der Regenbogenhaut hängt von der Menge des eingelagerten Pigmets ab: braun = pigmentreich, blau = pigmentarm. Die eingelagerten glatten Muskelzellen des M. dilatator u. M. sphincter pupillae regulieren die Pupillenweite u. damit die Intensität des Lichteinfalls.
< zurück
Iris
Die Pupille:
Ist das kreisrunde Sehloch in der Iris, also die Öffnung, durch die wir sehen.
< zurück
Die Katarakt:
sogenannter grauer Star. Bezeichnung für jede Trübung der Augenlinse unabhängig von deren Ursache. Bei erheblich eingeschränkter Sehkraft und störenden Blendgefühlen, vermindertem Kontrastsehen kann eine Staroperation (Entfernung der natürlichen trüben Linse) mit Einpflanzung einer künstlichen Linse vorgenommen werden.
< zurück
Das Hornhautendothel:
Einschichtiges Plattenepithel als Innenauskleidung der Rückfläche der Hornhaut. Dargestellt werden sie als wabenartiges Mosaik aus sechseckigen Endothelzellen. Die Beurteilung erfolgt von Anzahl, Grösse und Form der Endothelzellen. Ungefähre Zahlen: 1 1/2-jährige ca. 5'000 Zellen/mm2, junge Menschen ca. 4500 bis 2500 Zellen/mm2, bei alten Menschen ca. 2750 bis 1500 Zellen/mm2.
Endothelzellen
Die Cornea:
Hornhaut des Auges. Klarer durchsichtiger Abschnitt der Augapfelhülle und bildet zusammen mit der weissen Lederhaut die äussere Hülle des Auges. Sie bricht das Licht mit ca. 40 Dioptrien und hat eine wichtige optische Funktion. Variiert in der Dicke: peripher ca. 1,1 - 1,2 mm, zentral ca. 0,8 - 0,9 mm. Die Cornea ist stärker gekrümmt als die Lederhaut und ist fast rund und im Scheitel sphärisch gekrümmt.
Geschichteter Aufbau, beginnend bei der konvexen Aussenfläche: mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel, Bowman-Membran, 45-70 Lamellen kollagener Fibrillen mit eingestreuten Fibrozyten, Descemet-Membran als Basalmembran, posterius einschichtiges Plattenepithel.
< zurück
Die Akkommodation:
Ist die Fähigkeit des Auges, die Brechkraft der Linse der Entfernung des fixierten Gegenstandes anzupassen, so dass es zur scharfen Abbildung in der Netzhautebene (in der Fovea centralis) kommt. Dem passiven Streben der elastischen Linse zur Kugelform (hohe Brechkraft, Naheinstellung) steht die Zugwirkung des radiären Aufhängeapparats (Zonulafasern der Zonula Zinii) entgegen, die eine Abflachung der Linse bewirkt (Ellipsenform; geringe Brechkraft, Ferneinstellung); durch aktive Kontraktion des Ziliarmuskels kommt es zu einer Erschlaffung der Zonulafasern (und damit zur Scharfeinstellung im Nahbereich). Die Akkommodationsbreite (Akkommodationsvermögen) beträgt z. B. im Alter von 10 Jahren ca. 12 Dioptrien, mit 30 Jahren ca. 7,5 Dioptrien, mit 60 Jahren 0 Dioptrien (siehe Presbyopie) infolge zunehmender Sklerosierung (Verhärtung) der Linse im Alter.
< zurück
Die Refraktion:
Bedeutet Lichtbrechung; beim menschlichen Auge die Beziehung des Gesamtbrechungszustands aller optischen Medien zur Achsenlänge des Auges. Berechnet wird sie als Differenz zwischen der Brechkraft, die das Auge zur Einstellung des Fernpunkts im Unendlichen benötigt, und der Brechkraft, die das Auge im nicht akkommodierten Zustand hat;. Beim Normalsichtigen = 0 (Emmetropie), beim Kurzsichtigen <0 (Myopie), beim Weitsichtigen >0 (Hypermetropie).
< zurück
Die Brechkraft:
Formelzeichen D, wird als Einheit Dioptrie (dpt) widergeben. Ist der Kehrwert der in Metern gemessenen Brennweite (f) einer Linse bzw. eines optischen Systems: D = 1 : f. Die Brechkraft von Sammellinsen wird als positiv, die von Zerstreuungslinsen als negativ bezeichnet. Die Brechkraft einer Sammellinse mit f = 0,2 m beträgt 1/0,2 m = +5 dpt.
Die Dioptrie:
Kurzzeichen dpt; Masseinheit für die Brechkraft optischer Linsen.
< zurück
Die Emmetropie:
Bedeutet Normalsichtigkeit. Die Achsenlänge und Brechkraft des Auges stehen zueinander im richtigen Verhältnis; die aus dem Unendlichen parallel ins Auge einfallenden Strahlen werden in einem auf der Netzhaut liegenden Brennpunkt vereinigt.


Emetropie
Die Ametropie:
Definiert die Fehlsichtigkeit infolge eines Brechungsfehlers (Refraktionsanomalie) des Auges bei abnormem axialem Durchmesser des Augapfels (Achsenametropie), seltener bei abnormer Brechkraft von Hornhaut bzw. Linse (Brechungsametropie). Der Brennpunkt parallel verlaufender Strahlen liegt im nicht akkommodierten Auge vor (Myopie) oder hinter (Hypermetropie) der Retina.
Die Myopie:
Ist die Kurzsichtigkeit und ist eine Form der Ametropie, bei der parallel einfallende Strahlen vor der Netzhaut vereinigt werden. Ursachen sind zu starke Brechkraft von der Hornhaut oder der natürlichen Linse (Brechungsmyopie) oder überdurchschnittliche Länge des Augapfels (Achsenmyopie);
Die Hyperopie oder Hypermetropie:
Ist die Weit- oder Übersichtigkeit und ist eine Form der Ametropie, bei der parallel laufende Strahlen im nicht akkommodierenden Auge hinter der Retina vereinigt werden. Ursachen sind zu geringe Brechkraft von Hornhaut oder natürlicher Linse (Brechungshypermetropie) oder zu kurze Länge des Augapfels (Achsenhypermetropie).
Die Sehschärfe:
Fachausdruck ist Visus. Ist das Auflösungs- oder Sehvermögen mit optimal korrigierendem Glas. Beschreibt die Fähigkeit der Netzhaut, zwei Punkte eben noch als getrennt zu erkennen. Zur Bestimmung der Sehschärfe dienen für die Ferne (in 5 m Entfernung projizierte) Lesezeichen, für die Nähe Sehprobentafeln.
Der Astigmatismus:
Beschreibt die Brennpunktlosigkeit oder Stabsichtigkeit; infolge nicht rotationssymmetrischer Brechkraft von Hornhaut oder Linse. Parallel einfallende Strahlen werden nicht in einem Brennpunkt vereinigt. Häufigste Form ist der reguläre Astigmatismus, bei dem die einzelnen Meridiane der Hornhautoberfläche unterschiedliche Krümmungen untereinander aufweisen. Bei irregulärem Astigmatismus ist die Wölbung der Hornhaut auch in einem festen Meridian nicht gleichmässig, so dass jeder einzelne Meridian keine feste Brennlinie hat. Die Messung der Krümmungsradien erfolgt mit Ophthalmometer.
Astigmatismus
Die Aphakie:
Fehlen der natürlichen Linse im Auge nach Verletzung oder Operation (z.B. nach Staroperation). Eine optische Korrektur kann durch Linsenimplantation, Kontaktlinsen oder Starglas vorgenommen werden.
reversibel:
Das lateinische Wort "reversio" bedeutet Umkehrung, Rückkehr. Im Zusammenhang mit der ARTISAN-Linse heisst es umkehrbar, heilbar.
< zurück
Die Angiographie:
Röntgendarstellung der (Blut-)Gefässe nach Injektion eines Röntgenkontrastmittels.
Angiografie
torisch (lateinisch "torus" was Wulst, Knoten bedeutet):
Bezeichnung für zylindrische Brillengläser oder Linsen mit zwei zueinander im Winkel stehenden Krümmungen von verschidenem Radius. Wird zum Ausgleichen eines Astigmatismus bei Brillen, Kontaklinsen und den ARTISAN-Linsen verwendet.
torische Linse
Die Retina:
Netzhaut des Auges und ist die innere Augenhaut. Sie besteht aus einem lichtempfindlichen Teil (Pars optica) und einem blinden Teil (Pars ciliaris und iridica). Die Pars optica enthält die Sinnes-, Nerven- und Stützzellen und ist als vorgelagerter Hirnteil anzusehen. Auf der Netzhaut treffen die Lichtstrahlen ein.
< zurück
Die Fovea centralis:
die vertiefte zentrale Stelle des gelben Flecks. Der gelbe Fleck der Netzhaut des Auges ist die Stelle des schärfsten Sehens.
Die Adaptation des Auges:
Anpassung des Auges an verschiedene Leuchtdichteverhältnisse;
siehe Helladaptation, Dunkeladaptation.
< zurück
Die Helladaptation:
Übergang zum Tag- oder photoptischen Sehen. Das Auge passt sich durch Pupillenverengung an die Helligkeit an.
< zurück
Die Dunkeladaptation:
Übergang zum Dämmerungssehen (skotopisches Sehen) und Anpassung des Auges an Dunkelheit durch Pupillenvergrösserung. Verlust des Farbensehens und Verminderung der Sehschärfe.
< zurück
Das Glaukom:
sogenannter grüner Star. Sammelbezeichnung für verschiedene Erkrankungen des Auges, die mit einer vergrösserten Ausbuchtung in der Netzhaut im Bereich des Sehnerveneintritts und meist einer Erhöhung des Augeninnendrucks einhergehen. Eine der häufigsten Erblindungsursachen in Industrieländern.
< zurück
Die Synechie:
Verwachsung der Iris mit der Hornhauthinterfläche (vordere Seite), z. B. nach perforierender Verletzung oder perforiertem Hornhautulkus. Oder Verwachsung der Iris (hintere Seite) mit der natürlichen Linse. Führt bei Pupillenerweiterung zur Entrundung.
< zurück
Das Kolobom:
angeborene oder erworbene Spaltbildung der Iris, der Linse, der Aderhaut und des Discus nervi optici durch unvollständigen Schluss der embryonalen Augenbecherspalte. Es kann vollständig ausgebildet sein oder als partielles Kolobom nur einige Abschnitte betreffen. Entstehung auch infolge eines Trauma bzw. Operation.
< zurück
Die Endophthalmitis:
Entzündung der Augeninnenräume. Formen: 1. bakterielle oder mykotische Endophthalmitis nach perforierender Verletzung, Hornhautulzeration oder intraokulärer Operation. Kann innerhalb von Stunden zur Erblindung führen. Tritt sehr selten auf. Therapie durch Antibiotika oder Vitrektomie.
< zurück
Die Autoimmunisierung:
Ist eine Autosensibilisierung gegen körpereigene antigene Substanzen (sog. Autoantigene) gerichtete Immunisierung mit Bildung von Autoantikörpern und spezifischen sensibilisierten Lymphozyten.
Der Augenhintergrund oder Augenfundus:
Innere Oberfläche des Augapfels. Die Untersuchung erfolgt mittels indirekter oder direkter Ophthalmoskopie unter Beurteilung von Retina, retinalem Pigmentepithel, Choroidea, Discus nervi optici und Macula lutea (gelber Fleck).
Die Ophthalmoskopie oder Funduskopie:
Betrachtung des Augenhintergrunds. Formen:
1. indirekte Ophthalmoskopie: Untersuchung mittels vorgehaltener Lupe im umgekehrten Bild mit grossem Überblick bei 4,5facher Vergrößerung; 2. direkte Ophthalmoskopie. (sog. Augenspiegeln): Untersuchung mittels Augenspiegel im aufrechten Bild mit Darstellung eines kleinen Bereichs in 16facher Vergrößerung; 3. Ophthalmoskopie mittels bildgebender Verfahren, z. B. als Laserscanning- Ophthalmoskopie (punktweise Beleuchtung des Augenhintergrunds mit einem Laser und Messung der reflektierten Lichtintensität) oder Laserscanning-Tomographie (Darstellung der dreidimensionalen Struktur des Augenhintergrunds anhand von Schnittbildern).

Der Augeninnendruck oder intraokulärer Druck:
Der auf der Augeninnenwand lastende Druck; beträgt beim Gesunden durchschnittlich 17 ± 3 mmHg (gemessen mit dem Applanationstonometer) und ist bei Patienten mit Glaukom häufig erhöht (Mittelwert 20,8 ± 2,9 mmHg).
Die Amblyopie:
Schwachsichtigkeit eines oder seltener beider Augen. Ist die Folge einer Entwicklungsstörung des Sehvermögens entweder infolge sehr schlechter Abbildungsleistungen eines bzw. beider Augen oder infolge zentraler Unterdrückung der visuellen Informationen eines Auges bei massiven Differenzen zwischen den Netzhautbildern beider Augen. Therapie entsprechend der zugrundeliegenden Störung nur bei rechtzeitigem Beginn im Kindesalter erfolgreich.
Die Linse des Auges:
aufgebaut aus Linsenkörper, -epithel und -fasern. Die Augenlinse liegt zwischen Iris und Glaskörper und ist durch die Zonula ciliaris am Ziliarkörper befestigt. Die Elastizität der Linse ermöglicht die Akkommodation des Auges und lässt im Alter nach.
Physikalische Definition: lichtdurchlässiger Körper (z. B. aus Glas, Quarz od. Kunststoffen) mit zwei kugelförmigen oder einer planen und einer kugelförmigen Grenzfläche; als Konvex-, Sammel-, positive L.inse oder Plusglas mit nach aussen gewölbten Grenzflächen (wandeln ein paralleles Lichtstrahlenbündel in ein konvergierendes um). Oder als Konkav-, Zerstreuungs-, negative Linse oder Minusglas mit nach innen gewölbten (hohlen) Grenzflächen (wandeln ein paralleles Lichtstrahlenbündel in ein divergierendes um).
Die Iridotomie:
Ist die operative Entfernung von kleinen Teilen (oder Schnitt) der Iris unter Erhalt der Pupille. Dient der Verhinderung eines Pupillarblocks und zur Behandlung des akuten Glaukomanfalls.
Der Pupillarblock (auch Irisblock):
Verlegung des Spaltes zwischen Iris und Linse durch die Irisbasis und Behinderung der normalen Kammerwasserzirkulation, Führt zunächst zu Druckanstieg in der Augenhinterkammer und Vorwölbung der peripheren Iris mit Anlagerung an das Trabekelwerk, was eine vollständige Blockade des Kammerwasserabflusses und eine akute starke Augeninnendruckerhöhung zur Folge hat.
Die Macula lutea:
Ist der gelbe Fleck der Netzhaut des Auges und liegt ca. 4 mm temporal von der Pupille und enthält die Fovea centralis der Retina.
nach oben